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Etappenziel Leutkirch im Allgäu Drucken
Geschrieben von: Heiner Mulorz   

Nach einer Berg- und Talfahrt über 124 km kommen wir bei unserer ersten Übernachtung in Leutkirch mehr oder minder gut gelaunt an.


Geographie

Leutkirch liegt im westlichen Allgäu zwischen Memmingen und Wangen an der BAB A 96. Nach der Verwaltungsreform 1972 ist die große Kreisstadt einer der größten Gemeinden in Baden-Württemberg. Die Altstadt liegt am rechten Ufer der Eschach.

 

Geschichte

Leutkirch, alter Kirch- und Gerichtsort des Nibelgaus, 766 erstmals erwähnt. Namengebend war die Leutekirche St. Martin, die heute das Stadtwappen ziert.

Zum Hauptgewerbe entwickelte sich die Leinwandweberei und der Leinwandhandel. Sie lieferten ihre Erzeugnisse begünstigt durch die guten Verkehrsanbindungen bis nach Italien und Spanien.

Neben der Weberzunft gab es 3 weitere Zünfte: die der Bäcker, der Metzger und der Bauern.

1546 wurde die Reformation eingeführt. Die Kirche St Martin blieb Pfarrkirche für die katholischen Landorte der Landvogtei, die nach Leutkirch eingepfarrt waren.

Den evangelischen Bürgern diente zunächst die Spitalkirche als Gottesdienstraum.

Die 2.Hälfte des 17. Jahrhunderts war geprägt von den Folgen des 30-jährigen Krieges und der Pest. Die wichtigste Einnahmequelle, der Leinwandhandel, war erschreckend zurückgegangen und die Stadt aus diesem Grund erheblich verschuldet.

Gerade in diesen schwierigen Zeiten 1740 entstand das schönste Haus der Stadt:

Das neue Rathaus. Die Strukturdecke im historischen Sitzungssaal zählt heute zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt.

1803 wurde Leutkirch Bayern zugeschlagen. Während der bayrischen Zeit war Leutkirch Station der Salzstraße in die Schweiz. Die Verlegung dieser Straße 1810 ins bayrisch gebliebene Allgäu über Kempten nach Lindau traf die Stadt schmerzlich. Zur Förderung des noch übrig gebliebenen Durchgangverkehrs ließ man 1812 sogar beide Stadttore abreissen.

Als 1938 Wangen und nicht das zentral gelegene Leutkirch Kreisstadt des neuen Allgäukreises wurde, war die Enttäuschung groß. Öffentliche Reaktionen gab es in dieser Zeit jedoch nicht (Nazi-Diktatur). In den 50-iger Jahren kam die Enttäuschung nochmals hoch. Es gab Anlass zu heftigen Diskussionen.

 

Sehenswürdigkeiten

  • Das Rathaus wurde 1740/41 mit Walmdach erbaut.
  • Von der ehemaligen Stadtbefestigung sind nur noch die Bock- oder Blaserturm und der Pulverturm von 1693 erhalten.
  • Die Dreifaltigkeitskirche wurde von 1613 bis 1615 erbaut und war der 1. evangelische Kirchenneubau im schwäbischen Oberland.
  • Das Schlösschen Hummelsberg wurde 1636 von der Ulmer Patrizierfamilie Furttenbach errichtet.
  • Im Juli 2002 wurde auf dem Winterberg nahe dem Ortsteil Tautenhofen die Galluskapelle als Autobahnkapelle eingeweiht. Vom Rastplatz an der A 96 führt ein steiler Fußweg hinauf.



 

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